Die Memorien des "Ersten Wiener Tanzsportklubs Schwarz-Weiss"

 

Wir wollen Sie mit diesem Rückblick über die Gründung und den Werdegang des TSK Schwarz-Weiss informieren.

Es sei vorweggenommen es gab nicht nur Sonnenschein, sondern auch Krisen verschiedenster Art, die auf die Klubentwicklung beträchtlichen Einfluss genommen haben. Doch die Kameradschaft, die Freundschaft und Liebe zum Tanzen haben immer wieder einen Weg zum Weiterbestand des Schwarz-Weiss gefunden.

Als erster Wiener Tanzsportklub erfolgte die Gründung im Frühjahr 1932 . Der englische Tanzstil wurde heftig bekämpft und abgelehnt, begann aber langsam am Kontinent fußzufassen. Zu dieser Zeit wurde auch der Österreichische Verband für Gesellschaftstanz gegründet. Der Turnierstil wurde aus englischen Büchern wienerisch interpretiert und so gab es manche Überraschungen beim Training und den Turnieren. 1932 wurde auch erstmals eine Wiener Meisterschaft im Kursalon durchgeführt. Bei der Österreichischen Meisterschaft am 28.12.1932 im Südbahnhotel Semmering konnten die ersten Erfolge des Tanzsportklubs "Schwarz-Weiss" verbucht werden.

Der Klub hatte seine Anfangsjahre recht schnell überwunden, doch der Kriegsausbruch bereitete dem Tanzsport ein jehes Ende. Der Neubeginn nach den Kriegsjahren führte in der Folge zu einer Blüte des Schwarz-Weiss. Es fand sich ein Klubmäzen und der Klub konnte die führende Rolle von den bereits sieben Wiener Klubs übernehmen. Zu dieser Zeit wurde auch der erste Wettbewerb in den Lateinamerikanischen Tänzen durchgeführt. Es gelang die Verbindung mit dem Sport-Dachverband Österreichische Turn- und Sport-UNION herzustellen und diese war auch bereit, den Schwarz-Weiss als Sportverein aufzunehmen.

Trotz grosser Erfolge entstanden im Klub Zwistigkeiten und dieser drohte zu zerfallen. Funktionäre waren entmutigt, doch vermied man die Auflösung des Klubs. Nach vielen vergeblichen Wiederbelebungsversuchen zeigte sich endlich eine erfolgsversprechende Konstilation. Das Amateur-Paar, mehrfacher österreichischer Meister und Weltmeister, Gerhard und Minnerl Santner, wurden Profis und übernahmen eine Tanzschule in Wien. Für Santner war der „Erste Wiener Tanzsportklub Schwarz-Weiss ein wichtiger Baustein für seine Tanzsportpläne, andererseits konnte sich der Klub keine besseren Trainer wünschen. Mit der Hauptversammlung am 28.10.1959 begann ein neues Kapitel. Der Klub ging einer neuen Blüte entgegen, doch der Höhenflug des internationalen Tanzsport-Center endete in einem Sturzflug. Die Tanzschule stellte den Betrieb ein und wieder sammelten sich Funktionäre und Mitglieder, um den Klub zu retten. Mit sehr viel Mühe und noch größerer Begeisterung wurden die Voraussetzungen für den Weiterbestand geschaffen.

Der Anschluss an die Österreichische Jungarbeiter-Bewegung ermöglichte ein neues solides Fundament und schließlich die Erfüllung eines langgehegten Traumes den Besitz eines eigenen Klublokales! Damit hat ein neuer Abschnitt in der 40-jährigen Geschichte des Schwarz-Weiss begonnen.

Durch die Verpflichtung ausländischer Trainer, wie Gleave, Barr, Venables, Clapham, Salberg, Bakke, usw. wurde enorme Leistungssteigerungen erzielt und Klubpaare aller Klassen erreichten Final-Placierungen. Mit den Spitzenpaaren wurden Staatsmeister- und Vizemeister-Plätze erreicht. Mehrere Klubpaare bildeten zu dieser Zeit einen großen Teil der Österreichischen Nationalmannschaften. Doch es zeigte sich, dass für diese Leistungssteigerungen und die immer größer werdende Anzahl von Paaren, die Räumlichkeiten im 12. Bezirk, Assmayergasse aus allen Nähten platzte. Die Suche nach geeigneten, größeren Räumen wurde vehement vorangetrieben und so konnte am 18. April 1990 über ein Kurier-Inserat endlich DAS KLUBLOKAL im 10. Bezirk, Pernerstorfergasse 11 gefunden werden.

Räumlichkeiten in der Größenordnung von ca. 500 qm in zwei Etagen konnten in einjähriger Umbauzeit mit hohem Kostenaufwand und noch mehr Eigenleistungen aktiver Paare und Funktionäre adaptiert werden und so wurde am 24. Mai 1991 das neue Klublokal des Schwarz-Weiss eröffnet !

Die Begeisterung für die neuen Räumlichkeiten sind Voraussetzung für weitere sportliche Erfolge und bietet die Möglichkeit für geselliges Beisammensein.

Viele Leser dieser Zeilen haben aktiv oder zumindest die Ereignisse am Rande miterlebt, wie es dazu kam, dass der Schwarz-Weiss weit über Österreichs Tanzsportgrenzen hinaus ein Begriff wurde.

Es mag undankbar erscheinen, dass in vorliegender Chronik bewusst die Namen prominenter Funktionäre und aktiver Tänzer, die oft sehr viel Geld und Freizeit geopfert haben, nicht namentlich genannt wurden. Da man aber bestimmt nicht mehr von den unzähligen Personen spricht, die in aufopfernder Weise am Aufbau des Klubs mitgearbeitet haben und niemals im Rampenlicht standen, kann man heute gerechterweise nur pauschal den Dank an alle Mitglieder aussprechen, die geholfen haben, den Erster Wiener Tanzsportklub Schwarz-Weiss über die 70 Jahre zu gestalten.

 

Günther Döller

Ehrenpräsident des TSK Schwarz-Weiss